Karl Allers


Karl Allers

un sien

Wurster Platt

opschreev'n vun Knud-E. Reher




Düsset lütt Book heff ik opleggt, no de Vörlaag vun Karl Allers. De ik 1999 bi de Klönsnackers in Heimatverein Wremen kenn lernt heff. Dor hett Karl Allers över de plattdüttsche Sprook, över dat Wurster Platt, snackt un mien Intress weckt. Un dormi düsset lütt Kunstwark, dat met bannig veel Möh un Arbeit opstellt is, nich affgeiht in use gaue Tiet, heff ik mi hinsett un dat alln's opschreev'n, in'n Computer, un veel dorbi leernt.

Also, Karl Allers is as Jung an'n dörtigsten Juni neegenteihnhunnertdree (3o. Juni 19o3) in'n lütten Dörp Milm in Land Wursten op de Eer kom'n. As he olt noog woor is he op de högere School in Bremerhoben gohn. Hett dann sien Verlööfte, Anneliese heirot un hett met ehr dree gesunn Junngs op de Eer brocht. He weer sein Leef lang Buur un Pelzdeerttüchter ween un sien Steckenpeerd is de plattdüütsche Sprook, dat Wurster Platt un ok de Mooleree ween. He hett in sein Leeven ok veel Glück hett, denn he woor vun neegenteihnhunnertneegendörtig bit neegenteihnhunnertsößenveertig Soldaat ween un is heel wedder trüch kom'n. Avers no een lang Leeven is he dann an'n sößentwintigsten August tweeduusend in Cappel-Strich, wo he ok leeft hett, vun düsse Eer gohn.





Dat Wurster Platt

Das Wurster Plattdüütsch wandelt sich, wie auch sonst wohl das Plattdüütsch, immer mehr von einer gesonderten Sprache zum Dialekt de Hochdeutschen. Ich (Karl Allers) habe deshalb einige Wörter aus dem Wurster Platt, wie sie in meiner Jugend, vor dem 1. Weltkrieg, noch gebraucht wurden und jetzt mehr oder weniger verschwunden sind, gesammelt. Ob das Wurster Platt durch das hier bis etwa 1725 noch gesprochene Friesisch beeinflusst ist, ist schwer zu sagen, da ja die Wortstämme der meisten Wörter in allen westgermanischen Sprachen die gleichen sind. Etwas dürfte sich noch in der Aussprache einiger Konsonanten erhalten haben. Die Vokale werden im großen und Ganzen etwas dumpfer ausgesprochen als auf der angrenzenden Geest und im Land Hadeln.

In der Rechtschreibung habe ich mich bemüht, das Klangbild der einzelnen Wörter möglichst genau festzulegen ohne Rücksicht auf sonst übliche Schreibweisen.

Bei der Aufstellung hat mir freundlicher Weise Herr Prof. Dr. Nils Århammar, Leiter des Friesischen Institutes der Universität Groningen, geholfen.



Rechtschreibung

a =

langes helles a ( Windwarf)

a =

mit folgendem Doppelkonsonanten = kurzes helles a ( mack )

ao =

wie im Schwedischen å ( maok'n )

e =

mit folgendem Dopelkonsonanten = kurzes helles e ( treck'n )

ee =

langes e mit anklingendem i ( keen )

i =

kurzes i ( Tifke )

ie =

langes i ( Wief )

o =

mit folgendem Doppelkonsonanten = kurzes o ( Lock )

oo =

dumpfes o mit anklingendem u (Mooler )

öh =

langs helles ö ( böhr'n )

öö =

diphthongisches ö , etwa wie öy ( mööt'n )

u =

mit folgendem Doppelkonsonanten = kurzes u ( Puck )

u =

langes u ( klub'n )

ü =

mit folgendem Doppelkonsonanten = kurzes u Puck

üü =

langes ü (süüdeln ) diphthongisches ü ( Jück )

s =

weiches stimmhaftes s ( sett'n )

ß =

scharfes s ( söhmßig )

Ss =

großgeschriebenes scharfes S


Das - e - in vor- und Endsilben wird kurz und meistens kaum mit ausgesprochen. In der Endsilbe - en - wird es praktisch nicht mehr gesprochen und deshalb durch ein Apostroph ersetzt. Auch das - n - wird hier stark abgeschliffen. In den Vorsilben sollte das - e – meistens geschrieben werden, obgleich es mitunter nur schwach klingt.

Abkürzunge: - m - = männlich, - w - = weiblich, - s - = sächlich, Frs. = Friesisch als Sprache. Wangerooger Frs. = Wng.Frs.; Wurster Frs.= Wfrs.; Saterländisches Frs = Saterlfrs: Nordfriesisch = Nordfrs:; altfriesisch = altfrs: schwach konj. = sch.kj,

Die Grammatik des Wurster Platt entspricht im großen und Ganzen der der übrigen plattdeutschen Dialekte. Friesisch wurde in Land Wursten bis etwa 1725, auf der Insel Wangerooge bis 182o gesprochen. Die Dialekte der friesischen Sprache in Westfriesland (Niederlande), Saterland und Nordfriesland leben.


Glossar

Äl

s

= Schwielen in den Händen, Wnge.Frs.= ili, angelsächsisch: = ile

Aller

w

= Kreuzotter (Ringenatter = Schnaok )

angsfaorieg


= ängstlich

ank'n,

sch.kj

= ächzen, stöhnen, verwandt = Angst

Aok

w

= zur Wasserlöse führender Hauptentwässerungszug, kein Graben, sondern Priel, verwandt süddeutsch „Ache“ oder Ach“ (Salzach)

aot'n

sch.kj

= Speisereste liegen lassen, de Litje aot,

Aotstroo


= restliches vom Vieh verschmähtes Stroh, das als Streu gebraucht wird

aorkau'n

sch.kj

= wiederkäuen

Ärbär

m

= Storch, WFrs. = Äbbehr, Wng.Frs. Stork

Aulamm

s

= oder Eevlamm s = weibliches Lamm

ballstüürieg


= wiedersetzlich

Bannkstool

m

= Bahre, too Bannkstohl lig'n = aufgebahrt sein

Baokels

s

= auch Böhkels s = geschlossene Lehne eines Lehnstuhles, Wfrs. = bakels

Bau

m

= Bremse (Insekt) Frs. (nach Århammar) wenn die Bau'n Rinder stechen wollen, fangen diese an zu „birs'n“, d.h. mit erhobenem Schwanz kopflos die Flucht ergreifen

bedoor

sch.kj

= gib man klein bei (sanfte Drohung)

bedoor'n, sik

sch.kj

= sich bescheiden, sich beruhigen,

begünn'n

sch.kj

= beginnen der sichtbarer Trächtigkeit (nur bei Rindvieh) bei anderen Haustieren würde man z.B. sagen: dee Mär (Stute) helpt sik

benaut


= dumpf, bedrückt, datt is hier soo benaut Luff (in Rio)

bestän, sik


= sich als Knecht oder Magd vermieten

biebeersch


= empfindlich, kleinlich

Bill

w

= Hinterbacke, Kinner mit Wil'n, kriegt watt föhr dee Bill'n

Bitt

s

= 1. Gebiß an der Trense; 2. Loch im Eis

Blackpott

m

= Tintenfaß; Wng.Frs.: Blak = Tinte; engl: schwarz = black

Blik

s

= Beet, Arf'nblick = Erbsenbeet

Bloi

m

= entzündliche Stelle am Mund (Herpes), auch Clitoris

blöö


= blöde, auch bescheiden

Bloots


= Blut, in übertraggenenm Sinn auch ein einfältiger mensch, hee is soo'n Gott's-Bloot (Gotteskind). Auch als Verstärkung einer Aussage: Mann Bloot, ik segg di!

Bööd'l

m

= 1. Hammel; 2. etwas unbedarfter Junge; 3. Holzklotz am Vorderhuf vom Vieh (um Weglaufen zu verhindern Wng.Frs.= Bötelng = Hammel

böhr'n

sch.kj

= heben, tragen, (statisch) Wng.Frs.: biri =heben, gebären lat.: fero= ich trage

Borg

m

= 1. kastrierter Eber; 2. aber w = Burg, im Land Wursten: Krai'nborg, Knaok'nborg

Bollz

m

= Kater, bollz'n = brünstig sein der Katzen

Bräg'n

m

= Gehirn, engl. = brain

Braok

w

= Brache, Brachland, früher wurde etwa alle sieben Jahre gebracht und das Land dabei mehrmals gepflügt

Bremms

w

= Nasenklemme um Pferde willenlos zu machen

Bröödel,

s

= etwas Verwirrtes (Garnknäul) bröödelsee

bröödeln

sch.kj

= pfuschen; Wng.Frs. Brudelgöder = Strickzeug

Broor or

m

Brooder = Bruder, altfrs. Broor; Wng.Frs.: Brohr

Büllt'n

m

= Haufen, kleiner Hügel, datt Land is büllterieg

Bußööntje

m

= bunter Kittel; ' n Kerl vonn Buk unn Boß (Redensart ein sehr kräftiger Mann)

büstern

sch.kj

= ausschelten > kurzes ü;

butt

w

= grob, kurz angebunden, hee is mi butt kaom'n

Buttz

w

= in die Wand eingelassene Schlafstelle (Alkoven)

Diem'n

m

= kleiner Haufen von halbtrockenem Heu,

oppdiem'n


= zusammen- setzen, zu Diem'n, um das Heu vor Regen zu schützen

Döhk

m

= Delle, etwa in Blech eines Autos

Döhts

m

= Kopf (abwertend), strenng dien Döhts maol an

Doit

m

= kleine Münze? He is keen Doit weert

Doik'r

m

= oder Düübel = teufel, der erste Ausdruck mehr in Ausruf: denn Doik'r noch maol! Aber: haol die de Düübel!

Dopp'n

m

= Fingerspitze; Wng.Frs.: doppel m = Pfropf

drallöög'n

sch.kj

= die Augen verdrehen, daor steit hee too drallöög'n, d.h. er macht ein dummes Gesicht

Dramm'n

sch.kj

= mit Nachdruck zu überzeugen versuchen, „beknien“

Drannk

m

= Tarnk aus de „Drannktünn“ (Spülwasser für die Schweine) Die Tonne wurde nie ausgeschöpft und gereinigt. Die dann entstehende Sauergärung bewahrte die Schweine vor Darmkrankheiten

dräwsch


= energisch, stark, robust, > 'n dräwsch'n Keerl

Drell

w

= Schlinge aus Draht an einer Stange, zum fangen von Hechten

driepeln

sch.kj

= tröpfeln, etwas weinen, Wng.Frs.: drupuk = tröpfeln; alt Frs. Dropa

Drif

w

= unbefestigter Fahrweg, im gegensatz dazu: ein Weg schräg über den Deich heißt „Schlip“

drins'n

sch.kj

= brummen (beim Rindvieh)

drock


= eilig, ik hevv datt drock

drus


= mürrisch (im Aussehen)

Druwappel

m

= vertrockneter Apfel (druw = rauh, nicht gebr.) Scherzhaft mien litt'n Druwappel = kleines dickes Mädchen

Duffker

m

= Täuberich

dwaß


= quer; v'dwaß = verquer

dwattsch


= verquer, unhöflich, 'n dwattsche Antwoort

Eddel

w

= Jauche, angels. Adela = Schlamm, Kot

eenklöört


= einfarbig; weiter: tweeklöört, dreeklöört, veerklöört, fiefklöört, usw.

Eerdlaß

w

= Gelaß in der Scheune zum Stapeln von Getreide (von der Erde auf)

Eenstellig'n

m

= een > ein Kind ohne Geschwister

Ehbener

m

= zweiarmiger Hebel an der Deichsel oder vorm Pflug (Bracke). Am Ehbener sitzen die Schwengel (Ortscheite) für jedes einzelne Pferd. Das Ganze heißt „Tau“ = Waogentau oder Ploogtau

Eim'n

Plural

= Grannen der Gerste

Ehmel

m

= Tipularlarve

Eller

w

= Erle

Elloorn

m

= Holunder, für Hollunderbeeren sagt man Fleederbär'n

Ennter

m

= einjähriges Pferd

Ettgrao

s

= die Weide nach dem 1. Schnitt (nicht der 2. Schnitt)

faoke'n


= oft, datt kann ik, dat hevv ik all faok'n maokt

Faß

w

= First, Heidfaß = First auf dem Rethdach

Fenndell

w

= kleine tief liegende Wiese neben einer Wurt. Hier wurde frühe Erde zum Wurftbau entnommen. Altfrs: Fenne = Sumpf; nfrs. Fehn = ein, von einem Graben eingeschlossenes Landstück; nordoldbrg.Platt: Fenn = moorige Weide

fenn'n

sch.kj

= weiden, affenn'n = kahl weiden

Fennt

m

= Junge, sonderbarer Mensch

Ficken

w

= Tasche, in der Hose oder Schürze

Fiek

w

= kleine Eiterung an den Fingern

Fiel

w

= Feile, fiel'n = feilen, im übertragenen Sinn: too Lock fiel'n = die Leviten lesen, zur Raison bringen, ümm'e Eck fiel'n = schnell um die Ecke laufen

Fiem'n

m

= ein Haufen von senkrecht gestellten Bündeln (Schoof) Reth, Reed, Reit

fil'n

sch.kj

= häuten; affil'n = abhäuten

leidig


= gleißnerisch, schleimig,(vom Charakter her)

Flaog

w

= bestellte Ackerfläche, 'n flaog Haobern, auch ein kurzer Regen- o. Hagelschauer, engl. flaw = Bö

fleetieg


= zerbrechlich, schmächtig, hee is mann hellisch fleetieg, d.h. er ist schwächlich

Flitzbog'n

m

= Bogen (Pfeil und Bogen), nicht die Armbrust, die heißt: Drückebog'n

Floot

w

= Flut, aber „flott“ = flach, seicht, flott plöög'n, floot Waoter

Flüüß

s

= Rauhfutter (kein Heu), datt bringt dit Jaor väl Flüüß (also Stroh und Ööberfoor) Ööberfoor ist das Raufutter, das an „Pissgraobens“ wächst

föög


= schwächlich, dee Litje is man watt föög

Föötels

Plural

= Füßlinge der Strümpfe

Frist

m

= Handgelenk, datt früßt mie soo ann'e Frist'n, d.h. Der Mann muß sich Pulswärmer kaufen; engl: = wrist, das gleiche Wort findet sich in den skandinavischen Sprachen

Frünndschopp

w

= Freundschaft, Verwandtschaft, früher der ganze Anhang (bei Geschlechterfehden

fulföhr'n

sch.kj

= den Stoppel flach pflügen

füünsch


= böse, giftig, hee kikt soo füünsch

futern

sch.kj

= unbeherrscht schelten

Gaffel

w

= große breite Forke

gaodlig


= pasend, bequem

Gaogel

s

= Zahnfleisch, Gaumen, Wng.Frs.s : gogel,

Gautje

s

= Pferdenamen = Stute

Gedüür

w

= Geduld, Ausdauer, daor hevv ik keen Gedüür too

Geil

w

= Geilheit, Üppigkeit des Bodens, Geil unn Gaor = Geilheit und Gare, Geilbüllt'n , m = Geilstelle (von Kuhfladen)

getachend


= veranklagt, gesinnt, daor is hee nich nao getachend, d.h. veranlagt

glaorieg


= schleimig, fetig, besonders vom Charakter

glup'n

sch.kj

= lauernd, tückisch blickend, Glupoog'n = lauernd blickende, auch weit aufgerissene Augen

glupsch


= sehr stark (verstärkend), datt hett glupsch fraor'n

gnäterschwart


= tiefschwarz

gnaueln,

sch.kj

= nur in der Form „üm sik gnaueln“, d.h. Sicih wehren, wenn man ungerecht behandet wird

Göht

w

= Rinne, Regengosse, Wng.Frs. = dju göt = die Rinne unterm Dach, (Wurster Platt = Öhs

Göht'nsteen

m

= Gossenstein, Abfluß un der Küche, Wng.Frs. = dan Götelstein

Graop'n

m

= großer Topf; nordolb = Grape

grieflach'n

sch.kj

= verstohlen lachen

Grüpp

w

= kleiner Graben von etwa ein „Splitt“; (Spatenstich) Tiefe

Gubbel

m

= Schlamm, auch der Bodensatz im Jauchekeller; Wng.Frs.:dait Gubel = der Dreck

günnt


= drüben

günntsiet


= drüben auf der anderen Seite (Butjadingen)

Halwass'n

m

= der Kleinknecht,(halberwachsen) im Gegensatz zum Dienstjungen und Großknecht

Hamm

m

= ein durch Umzäunung oder Gräben eingeschlossenes Stück Weideland, wohl friesisch, Wu-frs = Ham, alt Frs. Haom = eingefriedetes Land

Hannd

Plural

= Hand

Hann'n

w

= Hand, dee Rünn geit bierannd, d.h. Der Wallach geht links (bie dee Hannd) weil bei,Pflügen der „Ploogdrieber“ (der Junge der die Pferde lenkt) links geht Entsprechend vonneraaner (vonn dee Hannd). Dat i mie öhber dee Hannd, d.h. Das paßt mir nicht

häns'n

sch.kj

= wenn man in einem Bund (Gemeinderat o.ä.) aufgenommen wird, muß man häns'n, d.h. eine Runde ausgeben. Vergl „Hansa“ Städtebund im Mittelalter

haor'n

sch.kj

= dengeln,

Haorpatt

s

= Schneide der Sense, (Lee w), die beim haor'n eingehämmert wird

Haorhaomer

m

= Hammer zum hämern

Haorspitt

s

= kleiner Amboß, unten eine Spitze zum Einschlagen in die Erde

Haortwill

m

= Gabelstock zum Stützen der Sense

Haortüüg

s

= alle Geräte zum hämmern

happach'n

sch.kj

= keuchen, nach Luft schnappen

häsbäs'n

sch.kj

= planlos herumlaufen

Hellmer

w

= keiner Seitenweg, Nordold.b. Platt = Hellmer

Hester

m

= Knüppel, „Eek'nhester“,

hiem'n

sch.kj

= schwer atmen, (Asthma)

hiebieg


= schlimm, unerträglich, dat ward mie too hiebig,d.h. Ich kann es nicht mehr ertragen

Hill

w

= schräger Boden über den Ställen zu beiden Seiten der Diele, meistens Aufberwahrungsort für Feuerung, Wng.Frs.: dan Hel = die Düne (schräg)

hilt


= eilig, geschäftig, nu krieg wie datt aober noch hilt, 'n hille Tied

Hoffstä

w

= verlassene Wurt, das Wort „Wurt“ oder Warft ist in Land Wursten nicht gebräuchlich.

holl u. trebie


= Komandos des Pflügers für Pflugtreiber (nach links + nach rechts)

Hööfstell

s

= Oberteil der Pferdehalfter

Höörn

w

= Ecke, Winkel (Saolthöörn, Kaiserhöörn)., Wng.Frs.: dju heen, in Ostfrs. Der etwas bequemere Stuhl des Hausherren am Eßtisch

Hork

w

= 1.kleiner Raum im Kachelofen, „Aobenhork“ für Bratäpfel, Wärmestein langes helles o; 2. Hucke (auch Hurk) see geit in'ne Hork, d.h. Sie hockt sich hin

Huck

w

= kleiner Stall oder Gelaß

Hüll'n

m

= kleiner Hügel; Nordolb.= Hull; engl. =Hill

Hümmpel

m

= Stroh-o Heuhaufen, der im Freien aufgestzt wird, wenn in den Gebäuden kein Platz mehr ist. Nordolb.Hümpel, engl: hump = Buckel, holländisch: = hompen = Buckel

hüür'n

sch.kj

= pachten, verhüür'n = verpachte. Wngr.fr: dait hüür = die Miete. Emm datt Hauland verhüür'n = ihm idie Leviten lesen (Redensart)

Iesöhkel

m

= Eiszapfen, Wng.Frs.: dan Iesjukel = Eiszapfen; nordolb: = Iishoekel = Eiszapfen; Norw./isld: jökel = Gletscher,

Ingedöhm


= (singular) = die Eingeweide

jaueln

sch.kf

= weinen, unnütz klagen, de Litje is soo jaulich

jicht'ns


= irgendwie, wenn ik jicht'ns, kaom ik

jil'n

sch.kf

= schrill schreien (Klagewort)

Jiler

s

= Euter, Wng.Frs.: dait jedder = das Euter, Nordolb: Jidder o. Judder,

jilern


= größer werdendes Euter (nur bei Rindvieh) de Quän fangen an to jilern

Jüch

w

= Suppe (abwertend), nicht Jauche, die heißt „Eddel“. Nordolb: Jüche; Wng.Frs.: Jauch = immer in der Bedeutung „Suppe“

Kaßbär

w

= Sauerkirsche, ebenso im Wurster u. Wng.Frs.

keen


= 1. wer? Keen hett datt seggt? = wer hat das gesagt? 2. kein, wi hebbt keen Geld meer = wir haben kein Geld mehr

Keer


= 1- Wendung, Richtung, datt Radd loopt ut'n Keer 2- im übertragenen Sinn = dee gaot daor hellsch to Keer = die machen da viel Unruhe

Kaopeier


= Redensart:dee Kaopeier waorn =nicht Obacht geben,in die Weite gucken

Kiek

w

= Ofen; Füürkiek = kleiner Ofen zum Füße wärmen

Killn, kull, hett kull'n


= Schmerzen, de Kus killt mie

Kitke

m

= Hederich (Unkraut)

klabaßtern

sch.kf

= polternd gehen, gallopieren

Klatt'n

Plural

= mit Mist verklebte Haare am Hinterteil des Viehs, aber auch Zotteln im Haar, see likt sik in'e Klatt'n d.h. Sie haben sich erzürnt

Klööb'n

sch.kf

= spalten (Holz)

Kloon

s

= zu einer Kugel aufgewickeltes Garn , Wng.Frs.: + Nordolb. = Kloon

Klopphingß

m

= ein Hengst, bei dem ein Hoden im Bauchraum verblieben ist und deshalb nur halb kastrierter werden konnte (Kryptorchide)

Klööt'n

m

= Hoden; Trooerklööt >Plural = Trauerkloß

klub'n


= hett kluft = Ähren sammeln

Klufstock

m

= Springstock mit Gabelzwinge

Klußter

s

= Ansammlung, zusammenstelllung. Im hdtsch. irrtümlich „Kloster“. „Kloster Sieben“ am Paddingbüttler alten Deich, sieben zusammen stehende Häuser

Klut'n

m

= Brocken, Erdscholle, kluterieg = Ackerland voll „Klut'n“ aber = klumpig

klüüterig

s

(mißratener Brei), Klüüt'n = Klöße, Wng.Frs.: dan Kluut = der Kloß

knippöhg'n

sch.kf

= blinzeln

Knief

m

= Messer, engl Knife, Helgol.Frs. Knif. (i.d.a. Frs. Dialekten Sax)

knüüdeln

sch.kf

= zusammenballen, Papier toohoopknüüdeln

Knull'n

m

= Schwellung, Klumpen

Köhsel

m

= 1. Kreisel (Brummköhsel; 2. Kopf (derb) du krichst glieks een ann'n Köhsel

Kopp'n

w

= Tasse; Nordolb: Köppken; altFrs: Kop, Wng.Frs.: Kopken

Krips

m

= Kragen, aber nur in Redensarten: ik wil emm bie'n Krips krieg'n, d.h. ich will ihn fertig machen und zur Verantwortung ziehen

Krät

m

= Schramme, Einkerbung, dee Koo hett all allerhannd Krät'n ümm'e Höörn, d.h., die Kuh ist schon alt, weil sie schon viele Jahresringe (vom Kalben) um die Hörner hat. Auch Falten im Gesicht

krell'n sik

sch.kf

= sich winden, in übertragenem Sinn: sich aufspielen

kremm'n sik

sch.kf

= sich straffen, bäumen, hee kremmt sik = erwirft sich in die Brust

Kräf

m

= Krebs (Krankheit) aber Kraber (langes a) m = Krebs (Tier)

Küselwind

m

= Wirbelwind

Lanngwaog'n

m

= ein Ackerwagen, der durch ein Langholz zwischen Vorder- und Hintergestell verlängert ist, um Langholz zu fahren

Lee

w

= Sense; engl.= Lea; norw.= ljaa; Wng.Frs.: = Lee (zum Unterschied: die Haushaltssichel heißt „Sich“ mit Matthaok'n)

leeg


= 1- niedrig, Leegde = niedrige Stelle im Land, 2- gerissen, schlecht, datt is'n leeg'n Düübel = ein gerissener Mensch, altfr.= lege; Wng.Frs.:= leich, Saterlfrs:= leeg; immer in der Bedeutung = „niedrig“

leidig


= glatt, gleißerisch (Charakter) hee deit soo leidig

leppsch föör'n, leppsch jaog'n


= mit durchgehenden (laufenden) Pferden fahren

Lief

s

= Leib, beim Rindvieh auch die Gebärmutter, dee Koo hett't Lief utdaon (Gebärmuttevorfall nach dem Kalben)

Liek

m

= der gerade Weg in Bezg. a.d. Charakter, hee wil nich opp'n Liek

liep 'n

sch.kf

= Grimassen schneiden (mit den Lippen)

lit

Adj

= litje (nicht lütt) = klein, see is noch lit, dee litje Deern, altfr.= liti Wng.Frs.: litk; engl: little

loi


= träge, faul

Löös

m

= großer Anzugsgraben, (nur gebrl. als Waoterlöös) Ursprünglich natürliche Rinnsale im Watt (Priele)

lüch 'n,

sch.kf

= hochheben

lun'n

sch.kf

= verstimmt sein, verwandt: Laune

Lunnk

w

= Einbuchtung (Gelände)

Lurr 'n

Plural

= Oberschenkel, norw: laar

Mack


= zahm, vielfach bei Wildtieren gebraucht, dee wil'n Aont'n sünnd diß'n Winter gannz mack, weil sie Hunger haben)

Macker

m

= Freund, Genosse, Helfer

mannk


= zwischen, unter, datt Pärd loppt mannk de Schaop

Maon

w

= Mähne, Flurname in Süd-Landwursten,

Maonwisch

w

= ursprünglich Teil der Gemeindeflur, der im Gesamteigentum der Bauern war, vergl. Allmende, wohl friesisch

Maorpott

m

= Rummeltopf (Begleitung beim Singen) In Süd-Landwursten: Murrpott

Maot

s

= 1.Maß; 2. m = Geselle, Teilhaber (Plural: Maots'n)

Mär

w

= meistens ältere Stute, altfr. Merie, Wngfr.: Meer, engl: mare

matt 'n

sch.kf

= die Mahlgebühr in Form von Korn abgeben

Mau meist

Plural

w = Ärmel, hee hett watt in 'n Mau 'n, d.h. Er ist sehr kräftig gebaut

mau


= Bescheiden, kläglich, oft vedoppelt gebraucht: mit emm is datt mann soo mau-mau, d.h. mit ihm steht es schlecht

Meddjeworm

m

= Regenwurm auch Meddje, verwandt: Made

Miegreem

w

= Ameise; Wurster Frs: Migelrehm

Miet

s

= Milben im Mehl; Wng.Frs.: Miet = Maden im Käse

moje


= schön, hübsch; nordolb: moi

Mooler

w

= Mutter (heut meist „Mudder“), altfrs: Mooder, WFrs: Mohme,Saterlfrs: Mohder

mööt'n, ik mööt, du motts,he mott, wie mööt, ik mott,hevv mott


= hemmend entgegentreten, mööt dee Koi – mööt jemm, in 'n Mööt gaon = entgegen gehen, altfrs: meta = begegnen, Nordfrs: mete = hindernd entgegentreten

Mudd

w

= Sau

Muller, Maog

w

= Schlamm im Graben, mullerieg

naoschünn

sch.kf

= antreiben (zur Arbeit)

närieg


= sparsam, geizig

nätsch


= tückisch

nätschieterig


= geizig

Naorn

w

= Narbe; Wng.Frs: dju nari = die Narbe

nei'n

sch.kf

= nähen. Nei 'n bedeutet auch allerlei gewaltsame Tätigkeit: nei emm Fietje, is Daomenwaol! Dat Pärd nei achterut – hee is utneit (davon gelaufen)

nüüeln

sch.kf

= neigen, schief stehen (nur bei Sachen, Wng.Frs: niul, dait Ship niult)

öhberspöönig


= beim Holz nicht fasergerade, bildl. Leicht übergeschnappt (beim Menschen)

Ook'n

Plural

= der Winkel des Hausbodens seitlich unter dem Dach,

Öös

w

= unterer Rand des Daches, Traufe, Wng.Fr: Ozing, saterlfrs: Oze

Opplanger

m

= Ansatzstück unten am Dachsparren

Oppstüür

m

= Neigung, Zuneigung. Föhr datt Sup 'n, daorföhr hett hee soo 'n Oppstüür, d.h. Er neigt zum Trinken

Palt'n

Plural

= flach sich abtrennende Lappen, etwa von der Haut. Wng.Frs: Palt = Lappen

Paot'n

m

= Steckling von Bäumen oder Sträuchern, Wiechelpaot 'n = Weidensteckling

Peddke

m

= Mark, Eiterpfropf; Wng.Frs: Pedik

Pehsel

m

= männliches Glied des Ebers, auch Schimpfwort

Pieler

m

= Pfeil (Pfeil und Bogen), = ein Pfeiler im Gehäuse: Stenner

pier'n

sch.kf

= quälen, schmerzen, datt Riet'n piert mie (Rheuma) aber immer: dee Kus killt mie (Zahnschmerzen)

Plag,Plag'n w

Plural

= Heidescholle, (wurde früher ersatzweise zum Heizen gebraucht) Grasschollen heißen „Sood 'n“

plummp'n

sch.kf

= Fische mit einem „Plummpstock“ ins Netzt treiben

pöht 'n

sch.kf

= eindrücken, quetschen, dee Appeln sünd pöht, see hebbt 'n Pöht (Druckstelle), dee annern Junngs hebbt denn Lit 'n pöht (geschlagen)

Präck

w

= Gerät zum Aal- Buttfischstechen, heute verboten

Praot

m

= Grespräch, (laute) Unterhaltung, höör mool, watt hebbt dee Froonslüü föfr'n Praot

Prull 'n

m

singular = Geschwulst, unregelmäßiger Erhebung

Puck'nqualler

m

= Froschlaich

pudeln

sch.kf

= schwimmen, (kraulen)

Pummp

w

= 1. Pumpe, 2. dickes Rohr, als Wasserdurchlaß unter einem Weg oder einer Vorwende

Putaopl

m

= Schlampeitzger, (keine Welsart)

Puch,

w

langes u, = Bett, Kinderreim: nu geit datt mit Gejuuch in 'e Puuch, engl. = poke

quaod


= schlecht, altfrs: quad; Wng.Frs: quod; nordfrs: quaad. Alte Wetterregel: Is dee Freedaag noch so quaod, schient dee Sünn ann'n Sünndaag fröö ooder laot (stimmt nicht immer)

Quallster

m

= zäher Schleim

Quän

w

= Junges Rind, 'n kalfde Quän = ein junges Rind, das zum ersten Mal kalben soll. Quän, = altfrs: qven, engl: queen = Königin

quaos'n

sch.kf

= unvernünftig viel essen, (grünes Obst)

quien

sch.kf

= kränkeln

Racker

m

= Schimpfwort: du Racker! Meistens nicht ernst gemeint: dee Deern is 'n gannz 'n Racker, d.h. Sie ist leichtlebig, sick affreckern = sich abmühen

räk 'n

sch.kf

= kämmen, verwandt hochdeutsch: Rechen = Harke

Ramm

m

= 1. Muskelkrampf, 2. Schafbock (nicht gebräuchlich) aber rammdösieg = dumm „bekloppt“ wie ein Schafbock

Rannd

m

= 1. Rand, Kankte, 2. Maul, (derb), hool dien Rand, 3. Schimpfwort, datt ule Rand vonn Wief

raok 'n

sch.kf

= anstoßen, beleidigen, hee föölt sik raokt = er ist beleidigt

Raow

w

= Schorf auf der Wunde, Wng.Frs: dju Ruve = der Schorf

Reit

s

= Schilf

Reitfät

w

= kleiner verschilfter Teich

Rick o. Rickels

s

= Abgrenzung durch Stangen, Wng.Frs: dait Richel = das Geländer

Rienschloot

m

= Graben am Rande des Deichgeländes, Wng.Frs: Sloth = Graben, norw. Slud = Schnee im Regen

riew


= verschwenderisch, üpigt, wäs nich soo riew mit dee Botter! engl: rife,norw. = riv

Roo

w

= 1. Rute (Längenmaß), 2. Windmühlenflügel (Plural: Roo 'n)

röög'n

sch.kf

= 1.rauschen, brünstig sein (Schwein),2.röög'n = sik rühren, Zuruf: röög di

Rööp

w

= Raufe, een 'n döhr dee Rööp haol 'n = wörtlich: jemanden durch die Raufe ziehen; = jemanden durch Betrug das Vermögen abnehmen

Rugwark

s

= die Wolle auf den Holzschuhen

Rüllboom

m

= Tor vor dem Eingang zur Weide, das auf einem starken Pfosten in einem Zapfen gelagert ist. Ein gitterähnliches Tor, das nur vorgestezt ist, heißt Heck

rus'n

sch.kf

= 1. in Bausch und Bogen, ohne Gewichtsangabe, handeln , 2. brausen (kaum gebäuchlich), aber: rusig = rauh (nur vom Wetter )

Rünn

m

= 1. Wallach, Wng.Fr: dan Run, 2. Knuüppel mit Eisenzwinge (auch Rüü), zum anheben des schweren Einscharpfluges und zum Reinigen des Streichbrettes gebraucht wurden

Schabüülk'n

s

= kleines Gelaß

schäl'n

sch.kf

= verschieden sein, datt schält soo twindieg Punnd bit 'n vulle Gewich, d.h. Es fehlen noch 2o Pfund bis zum vollen Gewicht

schaor'n

sch.kj

= misten (Rindvieh), Schaor'n (Plural) = Kuhfladen,

Schaor'n


= höhbeln = im Frühjahr die Weiden hobeln

schäp'n

sch.kj

= Korn anliefern, früher am Schiff, heute meistens bei der Genossenschaft oder Landhandel

schär'n, ik schär, du schärst, hee schärt, wie schärt, ik schoor, hevv schaorn


= 1. scheeren, 2. teilen- dee Stuv döhrschär'n, Schärwand, 3. kümmern, watt schärt di datt? Schär di üm dien Kraom! , 4. spannen, wickeln, oppschär'n , 5. eilig laufen, schär die to'n Düübel!

Schech

m

=1. männliche Glied des Bullen, schech'n = schlagen (mit dem Ochsenziemer), auch allgm: sik = sich prügeln

schees'n

sch.kj

= eilig laufen

Schillganng

m

= in der Holländermühle der Gang zum Schälen der Gerste, meist mit der Windrose gekoppelt, Graupen = Schillgass'n (selten), meist: Grub'n

Schlach

m

= 1. Schlag; 2. Art, Geschlecht, hee is vonn good'n Schlach = aus guter Fam.; vergl: polnisch: Schlachta = Adel

schlecht'n

sch.kj

= nacharten, hee schlecht noo sien Mooler

Schleet

s

= loser Bodenbelag auch Schloothollt

Schlip

w

= schräge Überfahrt über einen Deich

Schloot

m

= Graben, wenig gebr. Aber: Rienschloot = Hauptentwässerungsgraben auf der Innenseite des neuen Deiches; Wng.Fr: Slooth = Graben, engl: slud = Schlamm

Schlööp

w

= kleiner Schlitten zum Ausmisten der Laufställe und zum Befördern kleiner Sachen, Schlööpendrieber = Herumtreiber (verächtlich), rümmschlööp'n = (sich) herumtreiben

Schlurfoot

m

= einer der schleppend geht, Schlurfuhß = Linkshänder, Schlurmichel = nachlässiger Mensch

Schnaok

w

= Ringelnatter, engl: snake = Schlange

Schnib

m

= ein weißer Fleck auf der Nase (beim Pferd)

Schnirr

m

= kleines kümmerliches Lebewesen, Schnirr vonn Junn(g), Schnirrhollster = abwertende Ausdrücke für einen kleinen Jungen

schmart'n

sch.kj

= schmerzen, datt schmart mie = das tut mir weh

schmäsch


= schmächtig, 'n schmächtschen Junn(g)

Schmik

m

= 1. Schmitze an der Peitsche, Wng.Fr: dan Smik; 2. ein schmächtiger Junge/Mann

Schmook

m

= Rauch, Schmauch, Wng.Fr: dan Smeik = der Rauch, WFrs: Smeek, engl: smoke

schöl'n

sch.kj

= petzen, klatschen, Schöhlklapp = einer der Seine Schulkameraden verpetzt

Schör'n

Plural

= Scherben, Schrappschör'n = minderwertiger Hausrat (eigentlich Scherben zum schrapen)

Schoof

m

(Plural = Schöhf) = Strohbund, mit dem Dreschflegel gedroschen und ausgeschüttetes Roggenstroh (zum Binden von Bohnengarben)

Schott

s

= beim Grabenausheben ausgeworfene Erde (Schotteer) Schott schmiet'n = diese Erde einebnen

schröhkeln

sch.kj

= es bilden sich Eisnadeln auf dem Wasser. Dat Waoter is öhberschröhkelt, hett Schröhkelies = es ist mit Eisnadeln überzogen

Schufftied

w

= der Tag hat drei „Schuftied'n“ (Arbeitszeiten) 1. vorm Frühstück; 2. vom Frühstück bis Mittag; 3. von der Mittagspause bis zum Abend. Wng.Frs: dju Schoftid = die Pause

schüllfern

sch.kj

= abblättern, (affschüllfern)

Schullohr'n

Plural

= große abstehende Ohren; Wng.Frs: dju Schülu = die Schale

schüllp'n

sch.kj

= schwappen, vonn denn Bumms kreeg hee dat Bräg'nschüllp'n

Schulschott

w

= Libelle, friesisch (nach Prof. Århammer)

schünn'n

sch.kj

= naohschünn'n = antreiben

Schuur

s

= 1. einfacher Holzschuppen, Wetterdach, altfr: = skule; Wng.Frs: Schul = Schutz vor Regen- o. Schneeschauer, in übertragenem Sinn: hee kreeg 'n natt Schuur (von seiner Frau)

schuur'n

sch.kj

= heraufziehendes Unwetter, kurz regnen oder schneien

schütt'n

sch.kj

= inschütt'n = verlaufenes fremdes Vieh einsperren (in'n Schüttkaom'n)

Sett

m

= 1. eine kurze Zeit, kumm opp'n Sett rin; 2. aber w = eine falche Schüssel (Melksett) 3. auch ein kleiner eingefriedeter Platz, in den die Kühe zum Melken getrieben werden

Schwööp

w

= 1. Schrägplatte unter Sparren; 2. aufgesägter Fichtenstamm = Riegel

Schwatt

s

= Schwaden, datt Grass ligt noch in`t Schwatt, also so wie es gemäht worden ist

schwöög'n

sch.kj

= angeben, protzen, viel Wesens machen

Sich

w

= Sichte, Haussichel (nicht Sichel) wird zusammen mit dem „Mattkaok'n“ zum Mähen von Getreide gebraucht. Da gut für das Mähen von Langgetreride zu gebrauchen, ist die Sich an einem großen Teil der Nordseeküste bekannt

söhlt, datt


= es fällt Sprühregen; verwandt: sulen = im Schmutz wühlen

Sood'n

m

= kantiges Stück Rasen; Wng.Frs: dan Sod ( langes o )

Soot

m

= Brunnen

soor


= dürr, trocken; engl: sear

Sott

s

= Ruß; Wng.Frs: dan Sot (langes o )

Spannwarrk

s

= Fuhrwerk, hee kriegt S. vonn'n Hoff = er (der Knecht) bekommt die notwendige Fuhre vom Hof

spieloor'n

sch.kj

= die Ohren spitzen, im übertragenen Sinn = hellwach werden

spilln

sch.kj

= einen(guten) Ertrag bringen (nur Getreide) dee Weet'n spilt dit Jaor mool goot

spleet'n

sch.kj

= spalten, Spleet m = Spalt, Spliter,

Spleetrüüter

m

= derber Ausdruck für Schürzenjäger

Spreedäk

w

= Decke, die tagsüber über das Bett gebreitet wird

stägsch


= widersetzlich, ungebärdig, (nur von Pferden)

Stäk

m

= Stich, untere Halspartie vom Schwein (dort wo es beim Schlachten gestochen wird), Wng.Frs: dan Stek (langes e )

stall'n

sch.kj

= 1. harnen (Pferd); 2. im Stall unterbringen (oppstall'n); 3. vertragen, se köhnt sik stall'n; 4. beherrschen, he kann sik nich stall'n

Stapp'n

m

= Gefäß zum Tränken der Kälber (Kalberstapp'n); dän: = stab; norw: = stamp

Steertpuck

m

= Kaulquappe

stenng'n, sik


= 1oo% satt sein, fast ersticken

Stick'n,

sch.kj

= Temperatur von 0 o

stöhn'n

sch.kj

= stützen, Stöhn m = Stütze, Halt, ann emm hett hee'n good'n Stöhn ann = er wird von ihm gut unterstützt

Stööwmöhl

w

= Windfege zum Reinigen des Getreides

Strämel

m

= Streifen, auch eine gewisse Zeitspanne, wie möht noch'n Strämel watt doon

Strunnt

m

= Schund, Dreck

Stüüm

m

= Dampf, in übertragenem Sinne: daor möht wie maol Stümm achter sett'n = das müssen wir uns mal energisch vornehmen; engl: steam

Stüüt

m

= Schwanzwurzel (Bürzel) beim Federvieh

sunnd


= rein von der Nachgeburt beim Rindvieh (nicht gesund), dee Koo is sunnd, Wng.Fr: sun

Sünndels

s

= Nachgeburt; Wng.Frs: dait Sunels

Süster

w

= kurzes ü, = Schwester, Wfrs.:= Süster, altfr. = Suster, engl:= Sister

taltaren

sch.kj

= sich mühen, sik afftaltern

täm'n

sch.kj

= sik watt, = sich etwas leisten, genehmigen, wie wöht ünns maol 'n Buddel Wien täm'n; vergl. Hochdeutsch: zähmen

Taoter

m

Taotervollk = s = Zigeuner, mitunter auch für dunkle Südeuropäer (Tatar)

Tiffke

w

= Hündin

Tilg'n

m

= Zweig

töhg'n

sch.kj

= schleppen, von Togg = Zug m, dee Katt thögt mit dee Junng'n watt sünnd datt för Töhg? d.h. Wa sind das für Sachen?

toomööt


= entgegen, vergl. Mött'n

toopläg'n

sch.kj

= bei Bauarbeiten Material zureichen,

Toopläger


= Handlanger

Trall'n

Plural

= Gitterstäbe im Pferdestall od. Gefängnis (auch Roste) Wng.Frs: da Tralis = die Gitterstäbe vorm Wandschrank im Schiff, vergl: Trelleborg, ein Militärlager Knuts des großen in Seeland (mit Palisaden)

Treck'n,ik treck du treckst, hee treckt, hevv trock'n wie treckt, ik trock


= ziehen, herausziehen, dör de Schiet treck'n = verleumden, = für trock und trock'n (Imperfekt und Perfekt) wird meistens toog und taog'n (ziehen) gebraucht

trill'n

sch.kj

= zittern, Wng.Frs: trull = rollen

Tuk

w

= eigensinniges Mädchen

Tüüsel

m

= Wirbelwind, tüüseln = wirbeln, sik een'n anntüüseln = sich betrinken

tüütern

sch.kj

= Vieh anleinen, nordolb.: Tüddern = Strick; engl: tether = Strick

Twenndel

Plural

= Zwillinge, Wng.Frs: dan Twinelng = der Zwilling

Twiebeller

m

= Zwitter

Ünnereerdsch'n

Plural

= die Unterirdischen, Zwerge

Unnkel

m

= 1. Onkel; 2. dee groode Unnkel = die große Zehe, Wng.Frs: dan Onkel = der Knöchel am Fuß; altfrs: onklef = Knöchel; nordfrs: Onkel = Knöchel

Utgaow

w

= 1. Ausgabe; 2. Stimmkraft, ünnse Paster, dee hett'n dülle Utgaow

utkees'n

sch.kj

= ausfindig machen, sik watt utkees'n = etwas erfinden

Uütsch

w

= Kröte

Vaoler

m

= Vater, (heut meistens Vadder), altfrs: Feder, Wng.Frs.: dan For o. Bab; WFrs: Vaahr oder Nann; engl: father ;

Vergannt'n

w

= Versteigerung

vergrell'n,

sch.kj

= erzürnen, ik bin vergrellt = böse, verwandt: Groll

verknus'n

sch.kj

= ertragen, datt bet'n Schnöhf, datt kann ik woll verknus'n

verschaor'n


= bedrückt, hee seeg hellsch verschnaor'n ut

Vöhrwenn

w

= Wendeacker quer vor mehreren Ackerstücken

Waddke

w

= Käsewasser, Molken

Waikapp

w

= aus Leinen genähte Kappe, ähnlich wie sie de Holländerinnen tragen

wän


= sein, ik weer daor, ik bin daor wän = ik bin, du bis, hee is, wie sünnd, jie sünnd, see sünnd, ik weer, ik wän

waorschau'n

sch.kj

warnen

Waort

m

= 1. Enterich; 2. w = Warze

war'n, ik war, du warst, he wart, wie wart,ik worr, bin worrn;


= 1. werden, (Hilfszeitwort) ik war datt maok'n, = 2. werden, (selbst. Verbum) , auch: ik weer möö = ich werde müde, du warst möö usw. zu 1. statt war in Futur sagt man häufig wil, dat wil ik die segg'n = das werde ich dir sagen

Wäswark

s

= Anwesen (klienes) Unternehmen

weed'n

sch.kj

= jäten (Unkraut)

Weel

m

= kleiner durch einen Deichbruch entstandener Teich. Wenn der Weel verschilft ist, heißt er Feht (Reitfleht) Wng.Frs: dan Wel = die Quelle

weetern

sch.kj

= wimmern, klagen (ohne viel Grund)

Weid'n

Plural

= Gedärme

Wellje

w

= Schleim von gekochtem Getreide, Haoberwellje

Wiem'n

m

= Stangengerüst im Hühnerstall

Wiep

w

= Strohwisch wien'n loop'n = mit brennenden Strohwischen (an Stangen) um das Osterfeuer laufen

wik'n

sch.kj

= wahrsagen; Wikerwief = Wahrsagerin

Windwarf

m

= Maulwurf; WFrs: u. Ostfrs. Platt = Mull

Windwarf-büllt'n


= Maulwurfshügel

wiß


= 1. fest; hool wiß = halt fest; 2. während, wiß hee schleep, hebbt see emm dee Hööher staol'n

woltern

sch.kj

= wälzen; sik woltern = sich wälzen

Wopp'n

Plural

= Rispen des Hafers

Wranng'n

w

= Wall im Graben, WFrs: Wrange

Wüpp

w

= von Pferden gezogene Wippe zum Planieren

zauk'n

sch.kj

= Nahrung verweigern (Kinder)


Wenn Se düsset Wöörbook full'n hett, schrief mi mool een mail. Ik dank ok.